Selbstverteidigung für Frauen

Selbstverteidigung für Frauen

Selbstverteidigung für Frauen – geht das denn wirklich?

Wir Menschen sind ja bekannter Weise Erfahrungs-Tiere, sprich wir lernen hauptsächlich aus Fehlern, am liebsten aus den eigenen und eher selten aus denen anderer. Wenn einem dann irgendetwas schlechtes wiederfährt beginnen wir daran zu denken wie wir zumindest verhindern können dass uns das nochmal passiert, und wenn diese Erfahrung besonders schrecklich war, beeinflusst sie vielleicht doch sogar auch den einen oder anderen in unserem Umfeld. Nehmen wir hier doch mal diesen aktuellen tragischen Fall der ermordeten Frau in Ludwigsburg als Beispiel. Da ich mich schon längere Zeit aktiv auf Facebook mit der Thematik Kriminalprävention, Einbruchschutz und Selbstverteidigung auseinandersetze, habe ich bemerkt das bestimmte Vorfälle nur eine sehr eingeschränkte lokale Reichweite haben. So ist also dieser Tage das Thema Selbstschutz und Selbstverteidgung wohl das heisseste Thema in lokalen FB Gruppen in Ludwigsburg, alle sind aufgebracht und erschüttert über diesen Vorfall, aber schon im benachbarten Waiblingen und Stuttgart sieht man wie das Interesse stark abfällt und gar in Esslingen oder Schorndorf findet es sogar kaum Beachtung. Da ich es mir zur Mission gemacht habe mit Ratschlägen und Expertentipps zur allgemeinen Sicherheit beizutragen, berichte ich auch oft über verschiedene Vorfälle aus dem Alltag, weil sich durch den Bezug zu einer konkreten Geschichte, einem aktuellen und tatsächlichen Fall überhaupt erst ein gewisses Interesse der Gemeinschaft weckt. Ist so ein Fall aber beispielsweise in Heilbronn, München oder Berlin, scheint uns das schon so weit weg zu sein wie New York, London, Tokio, mit anderen Worten wir ignorieren solche Informationen, es scheint uns nichts anzugehen, passiert ja irgenwo anders aber doch nicht bei uns.

Und doch gab es allein in den letzten 6 Wochen über 12 aktuelle Fälle von Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe auf Frauen über die in der Öffentlichkeit und Presse berichtet wurde und zwar nicht irgendwo weit entfernt in Amerika, sondern in unserer unmittelbarer Nachbarschaft in Esslingen, Fellbach, Bad Canstatt, Stuttgart, Ludwigsburg und Waiblingen. Wie gross da die eigentliche Dunkelziffer ist, also nicht gemeldete oder erfasste Fälle, kann man ja nur abschätzen. So manch einer hat mir auch schon mal vorgeworfen ich würde Panikmache betreiben mit solchen Themen und andere fragen gerne auch mal wo ich denn die Zahlen her habe? Aus offiziellen Meldungen und Fahndungsaufrufen der Polizei und der Kriminalstatistik! Tatsächlich sieht es statistisch so aus das es eigentlich keine grosse Veränderung über die letzten Jahre hinweg gab, mal ein paar hundert Fälle mehr und dann wieder weniger Bundesweit. Hurra, keine Explosion von Gewaltverbrechen, nur unsere ganz normale Realität! Also als besorgter Ehemann und Vater einer 14 jährigen Tochter ist mir da eigentlich nicht nach Freudensprüngen zumute, Ihnen etwa?

Wir leben in einer Welt in der es immer einen Anteil von Menschen gibt die gesellschaftliche Regeln und Gesetzte missachten und die sich rücksichtslos mit Gewalt nehmen wollen was uns gehört, wir wertschätzen und lieben oder uns hart erarbeitet und erspart haben.  Es bleibt uns selbst überlassen durch Vorbeugung und Prävention zu beschützen was uns wichtig ist, denn der Staat kann hier oft nur represiv handeln. Wenn es daher um den Schutz unseres eigenen Lebens geht oder die Sicherheit unserer Familie, Frauen, Kinder, Freund/Freundin usw. stellen sich sicher viele die Frage, was man den konkret überhaupt machen kann? Ich habe ja in diesem Zusammenhang auch schon über Selbstverteidigungswaffen geschrieben, von dene allein halte ich allerding nicht allzu viel. Was ist also die Lösung, wenn es sie denn überhaupt gibt, kann man denn, bzw. Frau sich überhaupt effektiv gegen einen Angreifer verteidigen und kann man das einfach und in einem kurzen Zeitraum erlernen oder muss man dafür jahrelang Kampkunst trainieren und kann dann mit einem schwarzen Gürtel sagen „vorsicht ich kann Karate“? Ich habe hier auch schon so gefährliche Äusserungen gehört wie „eine Frau könnte sich sowieso nie erfolgreich gegen einen Mann verteidigen“!? Deshalb hier schon mal vorab die wohl wichtigste Antwort auf die Frage kann eine Frau sich verteidigen, ein ganz klares „JA“, Frau kann!

Man muss leider feststellen das es hier wirklich eine Diskriminierung der Geschlechter gibt, wobei Männer natürlich einen klaren Vorteil haben, unsere kämpferische Erfahrung fängt ja zum Teil schon im Kindergartenalter an. Trotz tausenden von Jahren Evolution, lösen wir unsere Probleme immer noch gerne mit Gewalt, in diesem Punkt hat sich ja leider nicht viel geändert. Diese Konfrontation mit Gewalt von jungen Jahren an ist der Grund warum Männer mit dieser Thematik anders umgehen. Ebenso erklärt das warum manche Menschen auch besonders gewaltbereit, agressiv und rücksichtslos sind, offensichtlich sind das Erfahrungen die sie zum Teil schon aus der Kindheit mitbringen und deshalb ist die Hemmschwelle niedriger, oder der moralische Kompass ist einfach nur falsch geeicht. Frauen haben hier klar Nachholbedarf und deshalb kann ich jeder Frau nur herzlich empfehlen einen Selbstverteidigungskurs zu machen, je früher desto besser! Jemand könnte jetzt meinen ich verherrliche den Gedanken Gewallt sei etwas gutes, nein, selbstverständlich nicht! Aber wenn wir von Selbstschutz und Selbstverteidigung reden ist diese Erfahrung entscheidend.

Der andere Grund warum zum Teil auch Jugendliche schon so gewalttätig sind ist die fehlende Angst, und das muss ich hier jetzt einmal ausführlicher erklären, Jemand der keinerlei Erfahrung hat in körperlichen Auseinandersetzungen, empfindet in einer Konfliktsituation hauptsächlich erst einmal panische Angst. Diese Angst ist hier oft ziemlich undefiniert, man hat Angst vor etwas das man nicht kennt, in der Erwartung eventuell verletzt oder gar getötet zu werden kann diese Angst einen natürlich vollkommen konsumieren und paralisieren. Hinzu kommt in einer echten Konfliktsituation der Einfluss von Adrenalin den das Gehirn als Reaktion auf die Bedrohung freisetzt und u.a. Herzschlag, Körperkraft und Atemfrequenz erhöht, „Fight-or-flight“ Reaktion nennt sich das populär, also kämpfe oder flüchte. Allerdings kann der Adrenalin Einfluss zum einen die Wahrnehmungfähigkeit sehr einschränken, zum anderen ebenso die Handlungsfähigkeit, man ist z.B. nur zu grobmotorischen Bewegungsabläufen fähig, sprich komplizierte erlernte Techniken sind hier plötzlich nicht mehr im Repertoire. Wenn weder kämpfen noch flüchten eine Option darstellen, kann das jemand auch völlig handlungsunfähig machen, oft trifft z.B. eine temporäre Muskellähmung ein. Wie geht man also mit dieser Situation und der Angst um? Indem man durch Training solche Situationen simuliert, wir nennen das realitätsbezogenes Simulationtraining. Man versetzt sich also so realitätsnah wie möglich in eine Abwehrsituation und versucht das erlernte unter extremen Stress erfolgreich umzusetzten. Dieses Konzept ist äusserst wichtig beim Selbstverteidigungstraining, denn trainiert man nur trocken Techniken in netter Gesellschaft in warmer und vertrauter Umgebung, bleibt das eben in einer echten Notwehrsituation einfach auf der Strecke weil man durch die Angst so paralisiert ist das man gar nicht reagieren kann. Ebenso vertrete ich den Standpunkt das je mehr man sich mit den Wirkungen beispielsweise von Schlägen, Tritten usw. vertraut macht, desto weniger Angst hat man davor. Ein gutes Beispiel sind da Abwehrsprays, ich habe ja auch schon darauf hingewiesen das ein Pepperspray ein recht gutes Mittel ist, aber bei weitem nicht allmöglich. Deshalb werden Polizisten, Soldaten und Sicherheitskräfte normalerweise so ausgebildet, dass sie erst an sich selbst erfahren müssen wie dieses Mittel wirkt, erst dann kann man realistisch abschätzen in wie weit einem das helfen kann. Ähnlich ist es also mit Schlägen, wir haben Angst weil wir nicht abschätzen können wie schlimm die Folgen sein können wenn wir geschlagen werden. Woher sollen wir diesen Erfahrungswert denn auch haben wenn wir noch nie in einer körperlichen Auseinandersetztung waren? Also gilt es beim trainiren nicht nur immer Techniken üben, sondern unbedingt auch im freien Kampf, nennen wir es „Sparring“ zum einen versuchen das gelernte umzusetzten ohne vorprogramierte Bewegungsabläufe und eben ruhig auch mal die Faust des Gegners im Gesicht zu spüren. Das ist mit eine der ernüchterndsten Erfahrungen bei vielen, man stirbt also gar nicht wenn man mal einen Schlag abkriegt. In dieser Erfahrung liegt auch der Schlüssel der fehlenden Angst bei Gewalttätern, es geht also nicht zwingend darum das er sich körperlich überlegen fühlt, sondern mehr um die Tatsache das er kampferprobt ist und keine Angst davor hat getroffen zu werden! Das ist aber genau das was ihn von den meisten potenziellen Opfern auf der Strasse unterscheidet. Ein Gewalttäter sucht sich seine Opfer aus, er ernährt sich von ihrer Angst. Irgendwo habe ich mal einen guten Slogan gelesen, „Täter suchen Opfer, keine Gegner!“ Treffender kann man es kaum sagen, schade nur das es nicht von mir kommt.

Grundlegend gilt also das es wichtig ist nicht in die „Opferrolle“ zu schlüpfen, hierbei ist es gar nicht entscheidend ob man durch gutes Training gelernt hat Techniken so anzwenden das man auch einen grösseren und stärkeren Gegner erfolgreich bezwingen kann, hier gilt halt die alte Regel „Übung macht den Meister“, nein viel wichtiger ist die Einstellung nicht aufzugeben, um sein Leben zu kämpfen! Wie schon gesagt ein Täter sucht in der Regel sein Opfer gezielt aus, aber nach welchen Kriterien? Was macht einen zum Opfer? Wie ich ja schon gesagt habe gehören körperliche Auseinandersetzungen in der Männerwelt, so beschämend es auch klingen mag, fast zur normalen Umgangsform. Bei Frauen können wir uns eigentlich darauf konzentrieren das es sich entweder um einen Überfall handelt um die Handtasche, das Portemonnaie oder das Handy an sich zu bringen, oder aber es handelt sich um einen sexuell motivierten Angriff, sei es in der Form von Belästigung bei der man evetuell festgehalten und unsittlich angefasst wird oder in Form eines Vergewaltigungsversuches. Die Form von Angriffen in denen man direkt mit Schlägen, Tritten oder sogar Messern attakiert wird sehe bei Frauen eher als zweitrangig an. Bei finaziell motivierten Angriffen ist die Auswahl des Opfer oft dadurch bedingt das man öffentlich zeigt das es sich hier lohnt, auch wenn der Schein manchmal vielleicht trügt. Dies fängt natürlich schon bei der Wahl der Garderobe an, dem Auto das man fährt, in welche Läden man einkaufen geht, was für ein Handy man hat, man kann schon leicht mit ein wenig aufmerksamer Betrachtung festlegen wo das Portemonnaie vielleicht dicker ist. Wenn man dann noch aus dem Laden zum Geldautomaten läuft und nacheinader zwei Geldkarten reinsteckt weil man mit einer nicht so viel abheben konnte, tja „Bingo“! Das ist jetzt natürlich zur Veranschaulichung ein wenig übertrieben dargestellt, wobei ich mir sicher bin, dass sich so manche Dame hier wiedererkannt hat. In Zeiten wo wir alle mit Smartphones durch die Welt rennen die locker auch mal fast Tausend Euro kosten, reicht ja selbst das schon einem potenziellen Täter als Motiv. Handtaschen entreisst man daher auch schon einmal gerne dreisst mitten auf der Strasse, man rechnet wohl damit das sowieso niemand einschreitet und sich das Opfer nicht gross wehren wird. Hier möchte ich auch noch erwähnen das solche Täter oft Drogenabhängige sind die unter gewisser Anspannung stehen und leicht die Kontrolle verlieren. Verallgemeinern kann aber auch nichts mehr, vor ein paar Monaten wurde in München eine hochschwangere Frau von hinten niedergeschlagen um ihr die Handtasche zu rauben und dann auf dem Boden noch mehrmals getreten, die zwei Täter waren Teenager im Alter von 13 und 15!

Selbstverteidigung

Hierzu kann man nur allgemeine Dinge sage wie das man aufpasst wenn man Geld abhebt, nicht sichtbar für andere zählen, die Sache mit zwei Geldkarten hab ich schon erwähnt, wenn das sein muss lieber an zwei Stellen abheben oder am Bankschalter. Aufmerksamkeit und Situationsbewusstsein sind so meine Zauberworte, bemerkt man etwas ungewöhnliches, fühlt man sich verfolgt kann man doch mal ein bischen „007“ spielen und geht einfach mal in einen Laden rein und schaut durchs Schaufenster raus, oder mal eine Pause machen und einen Kaffee irgendwo trinken, sieht man da tasächlich jemand der einem schon einmal vorher aufgefallen ist sollte man gleich reagieren. Handy in die Hand und Mann/Freund/Freundin anrufen, er soll ruhig merken das man ihn bemerkt hat, ein Foto machen wenn das Handy schon in der Hand ist kann nicht schaden und natürlich bitte die Funktion des automatischen Uploads einstellen, falls das Handy später weg ist hilft da das Bild dann nicht mehr. Da wir gerade beim Thema Handy sind, Youtube hat ja auch die Funktion eines Livestreams z.B. direkt vom Handy, in einer Notwehrsituation kann man dies natürlich auch immer nutzen wenn man geistegegenwärtig genug ist, somit ist eine Videoaufnahme des Geschehens nicht nur auf dem Handy sondern gleich Online!

Besondere Vorsicht ist immer geboten beim Gang zum Auto, das sind gerne Stellen die ein wenig abgelegener, ruhiger und leider oft auch dunkler sind, da sollte man sich ruhig schon vor dem verlassen des gutbesuchten Bereiches mal direkt umdrehen und schauen wer hinter einem läuft. Fühlt man sich unsicher kann man ja doch nochmal ne Runde drehen, sich einer Gruppe anderer Menschen anschliessen die in die Richtung geht statt alleine zu gehen, zur Not auch direkt jemand ansprechen und fragen ob er/sie so nett wäre einen zum Auto zu begleiten weil man sich unsicher fühlt. Dann gibt es auch in öffentlichen Tiefgaragen immer einen Sicherheitsdienst oder einen Parkwächter, da kann man sicher auch mal freundlich fragen ob er gewillt wäre einen zum Auto zu laufen. Not macht eben erfinderisch also seit kreativ. Dies ist natürlich universell anwendbar egal um welche Motivation ein potenzieller Angreifer haben sollte. Hilft das alles nichts und man muss alleine das letzte Stück zum Auto schaffen, kann man sich ja schon einmal im Vorfeld so gut wie möglich vorbereiten. Schlüssel in die Hand, das ist übrigens meine beliebteste improvisierte Waffe, man hält den Schlüsselbund fest in der Hand und lässt den stabilsten Schlüssel aus der Faust ein Wenig herausschauen und schliesst mit dem Daumen den Griff, ähnlich wie wenn man ein Messer halten würde. Damit kann man stossen in Rippen und im Hals Bereich oder kratzen im Gesicht, was alles sehr schmerzhaft ist! In solch einer Situation kann man ja einen eventuellen Angriff sogar vorhersehen, wurde man z.B. vefolgt oder hat allgemein Angst auf dem Weg zum Auto, hier findet dann auch ein Pepperspray recht gute Anwendung. Wichtig ist natürlich ihn schon in die Hand zu nehmen und aus der Tasche zu ziehen auf dem Weg zum Auto. Hat man nichts zu Hand kann man immer noch seine natürlichen Resourcen nutzen, Frauen haben ja bekannterweise keine Fingernägel sonder Krallen, nutzt diese auch! Tiefe Kratzspuren im gesicht sind zum einen extrem schmerzhaft, hinterlassen sichtbare Spuren im Gesicht des Angreifers und zudem DNA Spuren von seiner Haut unter den Fingernägeln. Unabhängig von Körpergrösse und Stärke haben alle Menschen die gleichen empfindlichen Stellen, Augen zum Beispiel in die man mit den Fingern drückt, Ohren sind empfindlich, Nase, Hals, Genitalien, das sind Ziele auf die man mit allen Mitteln zuschlägt z.B. auch mit dem Handy, beissen ist auch sehr effektiv und schmerzhaft, aber solche Dinge lernt man in einem vernünftigen Selbstverteidigungskurs. Es reicht leider nicht nur einmal darüber gelesen zu haben, dieser Tekst ist eine Anregung sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, kein Ersatz für einen echten Kurs oder regelmässiges training. Sollte man angegriffen werden und gleichgültig ob man sich mit einem Abwehrspray, Schlüssel oder auch nur mit blossen Händen verteidigt, wichtig ist es Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, schreien so laut man kann, nicht nur „Hilfe“ auch „Überfall“, „Feuer“ sagen manche obwohl ich das nicht bestätigen kann das Leute da mehr reagieren. Jedenfalls versuchen Täter grundsätzlich unerkannt zu bleiben, kommen andere zu Hilfe oder sehen das etwas passiert suchen sie meisst das Weite.

SchluesselFB

Bei Vergewaltigungen kommt eigentlich hinzu das dies normalerweise in einer abgelegenen Umgebung geschieht, sei es eine Toalette in der Disco, im Auto, im Freien wo der Täter versucht sein Opfer in die Büsche zu ziehen, usw. Klar ist das er im Normalfall nicht versuchen wird mitten in der Strassenbahn, auf der Strasse oder in der Unterführung seine Tat zu begehen. Dies bedeutet das man auch Zeit hat zu reagieren. Wird man belässtigt, unsittlich angefasst, verfolgt, muss man sofort reagieren! Im Fall der in Stuttgart vor ein paar Tagen für Aufsehen sorgte wurde das Opfer auch schon in der Strassenbahn belässtigt, dann hat er sie verfolgt als sie ausgestiegen ist und letztendlich hat er sie dann in die Büsche geschleppt. Leider hat sie sich hier auch falsch verhalten und alles was vorher schon gesagt wurde gilt hier natürlich auch, auf keinen Fall irgendwo aussteigen wo es dunkel und einsam ist! Auch wenn das nicht meine Haltestelle ist fahre ich halt weiter bis es irgendwo sicherer ist. Man hätte andere Passagiere ansprechen müssen und um Hilfe bitten oder bis nach vorne zum Fahrer gehen, der hätte wohl die moralische Verpflichtung gehabt einzugreifen oder wenigstens die Polizei verständigen. Viele Menschen sind apathisch wenn sie sehen wie jemand belästig und angepöbelt wird, sie kennen ja auch die Umstände nicht, ist das vielleicht der Freund, Mann? Wenn man aber klar um Hilfe bittet wird der eine oder andere schon den nötigen Mut zusammenbringen um etwas zu sagen oder zu tun. Falls es noch nicht klar ist, wen ich still und eingeschüchtert da sitze während mich ein wildfremder begrapscht weiss die Umgebung nicht was da passiert, aber wen ich anfange laut um Hilfe zu bitten und klar sage das dieser Mann mich belässtigt wird die Situation auch für ihn kritischer. Ich weiss das es in diesem, wie in jedem anderen Land auch an Zivilcourage mangelt, aber ich bin sicher das in vielen Fällen vielleicht auch jemand geholfen hätte wenn es eindeutig gewesen wäre das man Hilfe sucht.

Situationsbewusstsein“, mein Zauberwort, rechtzeitig Schritte unternehmen um schlimmeres zu vermeiden, jemand ansprechen und um Hilfe bitten kostet nichts. Können sie mich bitte ein paar Meter zum Auto begleiten ich habe Angst, bitte rufen sie die Polizei an dieser Mann belästigt mich, ich werde verfolgt kann ich bitte mit ihnen mitlaufen, usw… Oft wird die Frage gestellt aber was tut man wenn man nun mal durch den dunklen Park nach Hause muss? Muss man nicht! Ich bin sicher es gibt auch einen anderen Weg, vielleicht ist der länger aber dafür sicherer. und wenn alle Stricke reissen muss man sich eben besser organisieren, sich abholen lassen von Familienmitgliedern, Freunden, wer auch immer zur Verfügung steht. Ich habs schon mal erwähnt, eine Frau braucht in der Regel unendlich lange Zeit um das Make Up mit dem Outfit abzustimmen, es kann nicht schaden wenn man hier ein paar Minuten dafür mit einkalkuliert um sich darüber Gedanken zu machen wie am Ende sicher nach Hause kommt. Dies ist nunmal die Welt in der wir leben und man muss sich leider anpassen. Also schlussfolgernd gilt zu sagen, ein Selbstverteidgungskurs ist meiner Meinung nach Pflichtprogram, besonders auch für Teenager wenn sie dann mal anfangen alleine auszugehen. Ein Pepperspray griffbereit in der Tasche kann auch nicht schaden. Auf dem Weg zum Auto an den Schlüssel denken, der ist eine effektive Waffe. Aufmerksam abends durch die Welt laufen und seine Umgebung wahrnehmen, nicht mit Kopfhörern vor sich her träumen! Sollte man sich doch einmal in der Situation finden dass man sich wehren muss, alles geben, ums Überleben kämpfen, schreien, kratzen, beissen!!! Ich hoffe ihr werdet es nie brauchen, ich bleibe batürlich am Ball und werde weiterhin versuchen mit gutem Rat ein wenig dazu beizutragen das Ihr sicher nach Hause kommt.

Passt auf euch auf!

LG Renato Skofac

rskofac

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