Warum KRAV MAGA?

Warum KRAV MAGA?

Nachdem ich relativ früh mit dem Training von Selbstverteidigung und Kampfkunst begonnen habe, musste ich mir über die Jahre hinweg mühsam ein persönliches „Repertoire“ erarbeiten das für mich wirklich funktionerte. Ich habe so einiges trainiert: Karate, Kung Fu, Ninjutsu, Systema RMA, Krav Maga und letztendlich in allem auch etwas anwendbares gefunden. Kampfkünste haben aber die Tendenz mehr Wert auf den Erhalt von Traditionen, das Ehren von Begründern und großen Meistern, sowie auf Schönheit und technische Perfektion zu legen, es kann daher Jahre dauern bis man ein Niveau erreicht an dem man sagen kann sich damit effektiv verteidigen zu können. Kampfsport hingegen ist eben genau das, ein Sport, oft Wettkampf orientiert und obwohl man eigentlich durchaus nützliche Dinge wie Schlagen, Treten und vielleicht auch Ringen oder Bodenkampf trainiert, geht durch die strenge Einhaltung von Regeln der Realitätsbezug verloren.

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Die Realität auf der Straße sieht aber gabz anders aus, dort gibt es keine Regeln, keine Gewichtsklassen und keine Ringrichter die einen Kampf abbrechen wenn man zu Boden geht und sich nicht mehr verteidigen kann. Auf brutale Angriffe durch mehrere Angreifer die auf einen eintreten wenn man Boden liegt oder Angriffe mit Messern, Flaschen, Baseballschlägern oder sonstigen Waffen wird man im Kampfsport nicht vorbereitet.  Die meisten assoziieren mit dem Begrifff Selbstverteidigung erst einmal Kampfsportarten wie Karate, Aikido, Tae-Kwon Do oder Kickboxen und Mixed Martial Arts (MMA). Tatsächlich ist Selbstverteidigung aber eine Disziplin für sich, die zwar mit Kampfkunst und Kampfsport verwandt ist, aber dennoch ein ganz anderes Paar Schuhe ist.

Es gibt in der Kampfkunst Welt einen Spruch der gerne oft zitiert wird „You fight like you train“ und wie treffend das doch ist! Eigentlich könnte man das im Hinblick auf Kampfkunst und Kampfsport auch umdrehen und sagen was man nicht trainert kann man auch nicht anwenden wenn es darauf ankommt! So ist es im Kampfsport z.B. untersagt in die Augen des Gegners zu stechen oder in die Genitalien zu treten und genau das sind aber mitunter die effektivsten Selbstverteidgungstechniken. Ebenso ist die Flucht wohl kaum eine akzeptable Lösung im Kampfsport, in der Selbstverteidigung hingegen stellt dies aber nicht nur eine taktische Option dar, sondern ist logischer Weise auch eine der bevorzugten Lösungen eines potentiellen Konfliktes! Zusammenfassend kann man also sagen das effektive Selbstverteidigung realitätsnah trainiert werden muss. Auf meiner Suche nach einem realitätsnahen Selbstverteidigungs System das einerseits effektiv ist und andererseits schnell und einfach zu erlernen ist, habe ich all diese Qualitäten in KRAV MAGA gefunden.

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KRAV MAGA wurde ursprünglich als Nahkampf-System für das Israelische Militär entwickelt, dabei handelt sich um ein modernes, schnell zu erlernendes und leicht anzuwendendes taktisches Selbstverteidigungssystem. Anstelle der Vermittlung einer Vielzahl komplizierter Techniken stellt KRAV MAGA einfache universelle Prinzipien in den Mittelpunkt:

● Die Verteidigung muss auf den natürlichen menschlichen Instinkten und Verhaltensweisen aufbauen

● Die Verteidigung muss unmittelbar gegen die jeweils akute Gefahr wirken

● Jede Verteidigung muss zugleich auch Gegenangriff sein

● Eine Verteidigung muss gegen verschiedene Angriffsformen funktionieren

● Das System muss so aufgebaut sein, dass sich Techniken und Bewegungen ergänzen

● Alle Techniken müssen für jeden Menschen leicht erlernbar sein

● Eine Verteidigung muss auch unter ungünstigen Umständen funktionieren

● Das Training muss die Stresserfahrung realer Angriffe beinhalten

● Das System muss laufend aktualisiert werden

Die Orientierung an solchen Prinzipien erlaubt eine flexible Gestaltung des Trainings und Auswahl der Techniken. Tatsächlich kann auf diesem Wege jedermann sein eigenes persönliches KRAV MAGA erhalten, denn was für den einen funktioniert ist nicht immer für jeden ideal. Hier offenbart sich eine weitere Besonderheit des KRAV MAGA, im Fokus steht immer der Trainierende, also der Mensch und nicht das System. KRAV MAGA ist ein flexibles und offenes System, es wächst und verändert sich ständig und schöpft seine Flexibilität aus den Erfahrungen, die tagtäglich weltweit im zivilen, polizeilichen und militärischen Bereich gewonnen werden. Für aktuelle Bedrohungsformen werden Lösungsansätze unmittelbar entwickelt. Anstelle von komplizierten Techniken werden einfache Prinzipien und Taktiken vermittelt.

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SICHER NACH HAUSE KOMMEN

Bei KRAV MAGA geht es niemals um Schönheit, Perfektion oder Fairness. Es geht um realistische Lösungen für gewalttätige Konfrontationen. Ein echter Kravist hat kein Interesse daran, sich selbst, seinem Gegner oder einem etwaigen Zuschauer zu beweisen, dass er eine bestimmte Technik bravourös beherrscht, auch ist ihm nicht an einem sportlichen Vergleich gelegen. Er hat nur ein Ziel: sich und die, die er liebt sicher nach Hause zu bringen. Im Bewusstsein darüber, dass es bei realen Bedrohungslagen keine Regeln gibt und dass der Angreifer zumeist bedingungslos entschlossen ist, seine Tat umzusetzen, wird grundsätzlich ohne (mentale) Limits trainiert. Dies schließt die erforderliche Sicherheit im Training nicht aus. Im Gegenteil: Die besondere Didaktik des KRAV MAGA erlaubt den kontrollierten Umgang mit Ängsten und Gefahren und die selbstbestimmte Dosierung der eigenen Handlungen. Die Möglichkeiten des Kämpfers werden dadurch erweitert und nicht eingeschränkt.

NATÜRLICH KÄMPFEN

Ein solches Kampfsystem muss besondere Voraussetzungen erfüllen. Insbesondere müssen etwaige Techniken leicht erlernbar und auch unter Stress abrufbar sein, selbst wenn der Anwender zuvor nur wenig Zeit zum Trainieren hatte. Mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe wurde nach der Gründung des Staates Israel, Imi Lichtenfeld betraut, der zum Chefausbilder für militärische Fitness und Nahkampf ernannt wurde. Imi’s Konzept basierte darauf, alle Kampftechniken auf den natürlichen menschlichen Instinkten aufzubauen. Anstatt ihnen zu sagen, was sie tun sollten, begann er damit zu erforschen, wie die auszubildenden Soldaten unter Stress automatisch reagierten. Erst dann entwickelte er aufgrund dieser instinktiven Reaktionen die entsprechenden Verteidigungstechniken. Durch diese Vorgehensweise wird sichergestellt, dass alle Techniken den natürlichen menschlichen Bewegungen folgen. Hierin ist auch die für Beobachter häufig unverständliche Schnelligkeit von KRAV MAGA begründet. Die Erklärung ist dabei sehr einfach: Weil die Verteidigungshandlungen eng an die instinktiven und natürlichen Bewegungen gekoppelt sind, reduziert sich die Reaktionszeit auf ein Minimum.

GIB NIEMALS AUF

Außerdem achtete Imi stets darauf, dass die positive Aggressivität der Kämpfenden erhalten beziehungsweise wiederhergestellt wurde. Dieses wichtige Element von KRAV MAGA ist die Konsequenz seiner Erfahrungen aus den Straßenkämpfen in der Vorkriegszeit in Bratislava einerseits und den Erkenntnissen des kriegsgezeichneten Staates Israels andererseits: Krieg ist immer blutig und brutal. Wer einen Krieg verliert, muss mit verheerenden Folgen rechnen. KRAV MAGA reagiert deshalb mit aggressiver Verteidigung auf unberechtigte gewalttätige Angriffe und verfolgt die Absicht, den oder die Angreifer schnellstmöglich zu neutralisieren. Darüber hinaus wird beim Trainierenden eine Nichtaufgeber-Mentalität erzeugt. Denn Aufgeben wird katastrophale Folgen haben.

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„Every man and every woman shall be able to defend themselves. Everyone shall learn KRAV MAGA, so that one may walk in peace.“

Imi Lichtenfeld – Begründer von KRAV MAGA

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