Tipps zum Einbruchschutz

Tipps zum Einbruchschutz

Der Winter kommt, mit Ihm die Einbrecher – Tipps zum Einbruchschutz

Es ist wieder einmal Herbst, die Tage werden kürzer und obwohl wir uns langsam auf den Weinachtsmann einstellen, bringt die kalte Jahreszeit oft auch ungebetene Gäste. Einbruchstatistiken und Erfahrungswerten von Polizei und Experten für Sicherheitstechnik zufolge ist gerade der Winter Hauptsaison für Einbrecher. Seit 2009 sind die Zahlen stetig um insgesamt über 30% angewachsen, mancherorts sind solche prozentualen Anstiege aber auch in nur einem Jahr registriert (Baden Württemberg 2013 – 2014). Oft wird daher die Frage gestellt warum die Einbruchszahlen derartig explodieren und die Antwort liegt unserer Meinung nach sicher auch in der Tatsache das die Deutschen Bürger bisher kaum in Sicherheitstechnik investiert haben, was es potenziellen Einbrechern relativ einfach macht. So ist die Anzahl von installierten Alarmanlagen in Privathäusern in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie z.B. Spanien, Frankreich und vor allem Großbritannien um ein mehrfaches geringer, obwohl es statistisch erfasst ist das fast 40% aller Einbruchsversuche aufgrund von installierter Sicherheitstechnik abgebrochen werden.

Wie schützt man sich also am besten vor Einbrechern und wie gehen diese vor? Gelegenheit macht Diebe sagt man, das trifft oft auch bei Einbrechern zu. Es gibt aber auch ganz verschiedene Profile von Einbrechern die unterschiedlich vorgehen, so gibt es Gelegenheitstäter die z.B. in Wohngebäuden Türen abklappern, beobachten wie man unvorsichtig die Türe beim verlassen des Hauses nicht abschliesst oder ein Fenster gekippt lässt und schnell schlagen sie zu. Bei Mehrfamilienhäusern ist es also meist die Wohnungstüre durch die sich Einbrecher zutritt verschaffen. Ist das Schloß nur zugefallen und nicht abgeschlossen kann man die Türe in wenigen Sekunden selbst ohne Werkzeug öffnen, ohne Lärm oder das ein Nachbar etwas bemerkt!. Aber auch abgeschlossene Türen sind nicht sicher, oft wird das Schloß abgebrochen oder vor allem bei billigeren Wohnungstüren ist oft das Material so schwach das gleich der ganze Türrahmen nachgibt. Da helfen also auch zusätzliche oder bessere Schlösser nichts. In Einfamilienhäuser wird hingegen am häufigsten durch Terrasen- und Balkontüren, sowie Fenster eingebrochen. Diese lassen sich in der Regel schnell mit wenig Aufwand und meist mit einem einfachen Schraubenzieher aufhebeln ohne dabei großen Lärm zu machen. Lässt man dazu noch die Fenster gekippt, macht man es Einbrechern noch einfacher, geübte Langfinger öffnen diese mit Leichtigkeit.

Wie kommen Einbrecher ins Haus

Entgegen gängiger Meinung das Einbrecher hauptsächlich Nachts im Schutze der Dunkelheit operieren, geschehen doch insgesammt 43% aller Einbrüche am Tage! Sie suchen hauptsächlich nach Bargeld und Schmuck, aber auch kleine Elektronik wie Tablets, Handy’s, Laptops, Kameras sind beliebt. Vor allem wenn diese sichtbar herumliegen und man durchs Fenster einen Blick werfen kann, ist das natürlich immer eine Einladung! Besser organisierte Einbrecher schlagen wiederum nicht wahllos zu, sondern wählen Ihre Kundschaft gezielt aus. Sie beobachten potenzielle Opfer, spähen aus ob es etwas zu holen gibt. Vor allem zu Urlaubszeiten ist es oft einfach zu sehen das niemand zu Hause ist, überfüllte Briefkästen, die Rolläden auch am Tage unten, kein Licht am Abend. Natürlich gehen auch Kriminelle mit der Zeit, Facebook und andere soziale Netzwerke werden in neuester Zeit auch gerne benutzt um in Erfahrung zu bringen wann jemand nicht zu Hause ist, wir posten ja gerne alles fröhlich und öffentlich „Und jetzt ab nach Dubai, 14 Tage Erholung im Paradies“… Es wäre wohl ratsam Bilder und Eindrücke aus dem Urlaub erst zu posten wenn man wieder zurück ist. Hochzeiten werden z.B. regelmässig von Einbrechern besucht, jeder weiss praktisch wann und wo alle sind, das Haus voller Geschenke, alles nagelneu, Bargeld, herrlich… In letzter Zeit sind auch vermehrt richtige organisierte Einbrecherbanden unterwegs, man nimmt an aus dem Osten Europas, diese verwenden gerne auch Frauen oder sogar Kinder zum auspähen weil sie unauffälliger sind und hinterlassen ihren Kompliezen manchmal Markierungen, sogenannte Gaunerzinken, an Häusern und Briefkästen. Sollten Sie solche Markierungen an Ihrem Haus bemerken, machen Sie ein Foto und entfernen Sie sie erst dann. Sprechen Sie mit Nachbarn darüber, vielleicht haben die auch ähnliche Markierungen bemerkt oder es ist Ihnen jemand in der Nachbarschaft aufgefallen. Bei ernstem Verdacht informieren Sie die Polizei.

Profis wie wir sie aus Filmen kennen sind wohl die seltensten, diese werden hauptsächlich von vielversprechender Beute angezogen. Ein Profi weiss genau wohin er geht und wonach er sucht und ist auch eher Gewaltbereit um sein Ziel zu erreichen. Grössere Bargeldsummen sollte man deshalb grundsätzlich nie nach Hause bringen, diese ziehen böse Langfinger magisch an! Es ist manchmal schon erstaunlich wie diese Informationen an die falschen Leute geraten. Wertgegenstände und Technik sollte man nicht sichtbar im Haus herumliegen lassen. Hat man etwas wertvolles im Haus sollte man das besser für sich behalten. Man kann z.B. auch günstig ein Bankschliessfach mieten wo man wertvolle Sachen wie Schmuck sicher unterbringen kann. Kinder verbreiten leider oft ungewollt solche Informantionen, „Und mein Papa hat dafür einen Safe voll Geld in der Wand…“ In der Tat sind bei vielen Einbrüchen auf die eine oder andere Art bekannte, Freunde der Kinder, kurz Menschen aus unserem näheren Umfeld mitverwickelt, oft auch ganz unbewusst nur durch die Verbreitung von Informationen. Eine Hausrat Versicherung ist immer ratsam und kann finanzielle Schäden teilweise oder sogar ganz erstatten, jedoch sind z.B Erinnenerungswerte von entwendetem Familienschmuck und Erbstücken nicht ersetzbar. Noch schlimmer können psychische Folgen von Einbrüchen sein, der Verlust vom Sicherheitsgefühl im eigenen Haus sorgt nicht nur für schlaflose Nächte, sondern hat schon so manchen Hausbesitzer letztendlich zum Hausverkauf gezwungen!

Einbruch Fakten

Einbrecher bevorzugen leichte Beute, unentdeckt rein und raus in ein paar Minuten, erschwert man Ihnen Ihr Vorhaben suchen sie lieber leichtere Opfer. Es ist grundsätzlich eine wichtige Angewohnheit Türen immer abzuschliessen und Fenster nicht gekippt zu lassen wenn man das Haus verlässt! Zusätzliche mechanische Sicherungen wie abschliessbare Türgriffe oder Sicherheitsbeschläge die Einbrechern das Eindringen erschweren sind immer hilfreich. Die Polizei empfiehlt eine Kombination von mechanischer und elektronischer Sicherheitstechnik. Eine Alarmanlage signalisiert schon lautstark lokal durch Sirenen Nachbarn das etwas vorgefallen ist. Der Einbrecher ist unter Druck denn er weiß das die Zeit knapp ist, in der Regel geben sie sich sofort unverrichteter Dinge in die Flucht. Gleichzeitig wird eine Alarmmeldung per Telefon, GSM oder Internet an den Hausbesitzer oder einen Wachdienst gesendet. Mit modernen Optionen der Video-Alarmverifikation an Ihrem Smartphone, haben Sie die Möglichkeit zur Alarmmeldung Videobilder in Echtzeit zu erhalten um sofort zu sehen ob es sich um einen echten Alarm handelt. Ruft man die Polizei zu einem bestätigten Einbruchalarm wird dieser mit höherer Prioritet bearbeitet und resultiert deshalb oft mit erfolgreichen Festnahmen.

Vermehrt werden auch gerne Videoüberwachungs Kameras zum Schutz des Eigenheims verwendet, hier ist aber Vorsicht geboten. Videoüberwachungsanlagen verhindern keinen Einbruch und melden diesen in der Regel auch nicht weiter, im besten Fall hat man eine Videoaufnahme eines unbekannten Täters die man der Polizei übergeben kann. Davon abgesehen das man schon mit einer Schildmütze sein Gesicht recht gut vor einer Kamera verbergen kann, kommen Einbrecher heute eben oft auch aus anderen Ländern und sind auf der Durchreise, mit anderen Worten niemand kennt sie und es ist ihnen gleichgültig ob sie gefilmt werden. Private Fahndungsaufrufe z.B auf Facebook sind übrigends auch verboten, nur die Polizei darf öffentliche Fahndungen einleiten! Videoüberwachung ist hilfreich wenn man sich vor Eindringlingen schützen will wenn man zu Hause ist. Sie ermöglicht z.B. einen Rundumblick ums ganze Haus, wobei es hier am meisten Sinn macht eine Sprechanlage mit integrierter Kamera zu installieren, so sieht man vorher wem man die Türe aufmacht, auch lassen sich in solche Anlagen leicht zusätzliche Kameras integrieren und man kann an der Innensprechstelle bei Bedarf durch die Kameras durchschalten um zu sehen ob vielleicht hinter der Mauer noch jemand versteckt steht.

Von allemöglichen Attrappen wie man sie oft im Baumarkt für wenig Geld kaufen kann rate ich grundsätzlich ab, die gewünschte abschreckende Wirkung ist sehr zweifelhaft, denn ein erfahrener Einbrecher sieht meisst schon von weitem, dass es sich um eine nicht funktionelle Nachbildung handelt. Auch halte ich nicht viel von billigen DIY Geräten wie Fensteralarmen die ein bischen „zwitschern“ wenn man ein Fenster öffnet. Nachbarn reagieren oft nicht auf die laustarke Sirene einer Alarmanlage, wer soll denn auf dieses gezwitscher reagieren wenn niemand zu Hause ist? Da haut man einmal kräftig dagegen und es hat ausgezwitschert, auch meldet so ein Gerät niemand etwas weiter. Ich denke solche Produkte sind eher gut um die Fenster gegen ungewolltes Öffnen durch Kinder zu signalisieren, zum Einbruchschutz allerdings sind sie völlig ungeeignet. Allgemein würde ich empfehlen Sicherheitstechnik nur im Fachhandel zu kaufen. Die persönliche Sicherheit und der Schutz von Eigentum und Eigenheim ist mit der nötigen Ernsthaftigkeit anzugehen und am besten Profis zu überlassen. Man kann professionelle Alarmanlagen schon ab 1.000,- Euro  z.B. für eine Wohnung bekommen, natürlich steigt hier der Preis in Abhängigkeit von gewählten Funktionen und Anzahl der benötigten Melder, aber es kostet auch nicht zwingend zehntausende… Fast alle Facherrichter für Alarmanlagen machen eine kostenlose Beratung vor Ort, dieses Angebot sollte man nutzen und auch zwei, drei Angebote vergleichen. Diesen Herren kann man dann gerne all seine Fragen stellen und sich alle Funktionen und Optionen ausführlich erklären lassen. Ich werde zum Thema Alarmanlagen für Heimschutz zu einem späteren Zeitpunkt noch ausführlicher berichten, bis dahin wünsche ich euch allen einen schönen und sicheren Herbst.

 

Passt auf euch auf!

LG Renato Skofac

rskofac

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